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„Deshalb sollte ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen, und er soll fest zu seiner Frau halten, und sie sollen ein Fleisch werden.“ (Genesis 2, Vers 24)
Im Gegensatz zu anderen Religionen hat das Judentum noch nie eine prüde oder konservative Einstellung zum Sex gehabt. Die Verpflichtung, die zwischen einem liebenden Mann und einer liebenden Frau besteht, wurde im Judentum schon immer gerühmt.
Keinem jüdischen Mann ist es erlaubt, seine Frau lediglich zur eigenen Befriedigung zu benutzen, ist er doch verpflichtet, die Frau zum Orgasmus zu bringen und ihr Liebe und Anerkennung entgegen zu zeigen. Er hat jede Anstrengung zu unternehmen, seiner Frau Freude zu bereiten.
Auch die Frau hat den Trieb, die Andersartigkeit des Mannes zu respektieren. Das heißt aber nicht, dass sie zur freien Verfügbarkeit dastehen sollte. Hat sie keine Lust oder ist sie müde, muss der Mann es so annehmen und sie wohlwollend und einfühlsam behandeln.
Sex sollten beide wollen und gleichermaßen ihre Freude daran haben.
Dies unterscheidet uns Menschen von den Tieren: Wir sind in der Lage, sexuelle Beziehungen zu genießen, statt von einem biologischen Drang gesteuert zu werden.
Es gibt uralte rabbinische Ratschläge, wie Sex leidenschaftlich wird und langfristige Gefühle heraufbeschwört. Im Judentum beschäftigt man sich nicht mit Schuld oder gar Sünde, was die Vereinigung von Mann und Frau betrifft, sondern bietet sogar Richtlinien an, wie ein Ehepaar sexuelle Routine vermeiden kann.
Sex ist dazu da, genossen zu werden, uns in ungeahnte Höhen zu führen, sonst wäre er nicht da. Eine völlig freie Sexualethik, die zur Entwürdigung des Partners führt, wird allerdings auch im Judentum abgelehnt.
Viele Religionen befürworten die Verleugnung des Körpers als sichersten Weg, in den Himmel zu gelangen. Zum Beispiel dürfen katholische Priester keinen Sex haben, Hindus sollen ihn nach Möglichkeit auf ein Minimum beschränken.
Das alte jüdische Denken nimmt eine Ausnahmestellung ein. Nie wurde im Judentum im Entferntesten daran gedacht, Sex nur als menschlichen Instinkt oder als alleiniges Mittel zur Fortpflanzung zuzulassen.
Im Gegenteil. Von Anfang an lehren alte jüdische Schriften, dass Sex die heiligste Erfahrung überhaupt ist.
Anstatt unsere menschliche Natur zu bekämpfen, müssen wir sie betonen. Warum sich ihrer schämen – entwickeln wir sie zu unserem Vorteil!
Schließlich steht in der Thora geschrieben: „Und Gott sah alles, was er geschaffen hat, und es war gut.“
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